Alte Wache

Karl-Heinz SchwarzSektionsoffizier

Wie alles anfing und was daraus wurde!
Olympiasieger wird die Sektion wohl nie werden, denn es bedurfte zur Gründung nicht nur eines, sondern mehrerer Anläufe !
Schon lange Jahre hatten sich immer wieder die Ehrenmitglieder der Kivelingssektion EMSPIRATEN, – Martin Feldmann, Hartmut Oosthuys und Karl-Heinz Schwarz -, darüber unterhalten, die lange Tradition der Mitgliedschaft im Bürgersöhne-Aufzug im Bürgerschützenverein von 1838 fortzusetzen. Aber irgendwie und aus welchem Grunde auch immer scheiterte das Vorhaben bei allen Anläufen!
Und am 24.06.1994 erblickte dann wider Erwarten die Sektion ALTE WACHE das Licht unserer schönen Heimatstadt Lingen (Ems). Zum Sektionslokal wurde die Alte Posthalterei am Markt erkoren, mittlerweile erfolgte ein Wechsel in das Kolpinghaus, in dem sich die Sektion jetzt recht wohl fühlt!
Alle an der Gründung beteiligten Mitglieder waren sich von Beginn an darüber einig, das Sektionsleben nicht allzu starren Regeln zu unterwerfen, und das man nicht so intensiv agieren wolle, wie während der Zeiten als aktive Kivelinge. Außerdem sollten die weiblichen Partner unter Wahrung und Anerkennung der nicht möglichen Mitgliedschaft im Bürgerschützenverein innerhalb der Sektion voll integriert sein. (…und der Verfasser enthält sich hier jeden Kommentars, hat sich in der bisherigen Zeit des Bestehens dieser im Prolog der Satzung aufgenommene  Passus doch als absolut richtig erwiesen….)
Die Satzung wurde im Juni 1994 von Renate und Martin Feldmann, Ute und Karl-Heinz Schwarz, Rita und Hartmut Oosthuys, Jutta und Wilhelm Heinig, Anne und Günter Münzebrock und Heike Look und Bernd Bekel unterschrieben und in Kraft gesetzt. Zum Offizier wurde Karl-Heinz Schwarz, zu seinem Stellvertreter und in das wichtige Amt des Chronisten Martin Feldmann gewählt.
Doch wie findet man einen Namen für eine neue Sektion, wenn man bedeutsame, bzw. eventuell passende Namen schon als besetzt vorfindet? Wenn man aufgrund der eingangs schon beschriebenen engeren Bindung an die Kivelingssektion EMSPIRATEN nicht nur ein einfaches OLD.. oder ALT.. anbringen, aber doch eine Verbindung weiter dokumentieren möchte?  Wie gut traf es sich hier, dass im Jahr zuvor nach 25jährigem Bestehen die EMSPIRATEN beim Kivelingsfest die Wachsektion stellten und bei diesem Fest 1993 eine tolle Vorstellung zuwege brachten!
Und jetzt werden die Leser entdecken, wie leicht, wie schwer, wie schön das Leben in einer Bürgerschützensektion sein kann!
Der Name war geboren, das optische Erscheinungsbild fehlte noch! Und das musste in traditioneller Folge der Emspiraten-Kogge schon etwas Besonderes sein… und ich denke, das ist mit Hilfe eines Schwiegersohnes eines Sektionsmitgliedes auch durchaus gelungen
(…Schwiegersohn!…auf einmal bemerkten wir, dass wir wohl älter geworden waren und diese Sektionsgründung auch wohl hohe Zeit war….)
Dieses Emblem hat uns nun in einer Zeit von 15 ½ Jahren bei allen Winterbällen, Schützenfesten, Kivelingsfesten und sonstigen Veranstaltungen des Vereins begleitet und dürfte mittlerweile auch unseren bisherigen Majestäten nach jeweiliger Übergabe einer „Gruß- und Huldigungsbotschaft“ geläufig geworden sein.
Und ich denke auch, dass sich die Sektion nahtlos in den Bürgerschützenverein von 1888 integriert hat. Ein wenig ungewohnt war uns nach den Jahren von Civis, Civis, Civibus schon das Horridoh und das Hussa, aber der König unseres ersten Festes J.R. machte uns mit seinem „Pfeil und Bogen-Heimatlied“ im Refrain zu den  f ü n f  Strophen diesen neuen Gruß überdeutlich! Und jetzt ist er uns ans Herz gewachsen, und wir wollen ihn nicht wieder missen….den Gruß!
Das Fest 1995 haben wir genossen und an allen Aktivitäten teilgenommen, wie natürlich auch an allen folgenden Aktivitäten des Vereins. Die 12 Gebote zum Winterball 1995 sind allen Sektionsmitgliedern noch in guter Erinnerung…
Und dann folgte das Kivelingsfest 1996 mit unserer Teilnahme am Volksfest und an den Bällen, gefolgt von der ½-Jahrhundert-Fete unseres neuen Sektionsmitgliedes Werner Ooosthuys, der zusammen mit seiner Frau Katie 1995 zu uns gestoßen war!
Der Majestät an sich und überhaupt des Festes Pfingsten 1997 , J.R.v.L sind wir als Untertanen gerne gefolgt und haben sogar allesamt sein neues Heimatlied nicht nur auswendig gelernt, sondern gerne mitgesungen! Ob seine Königin Hiltrud das wohl genauso gesehen hat?
1997 schnupperten Gaby und Klaus Hilling in den Verein hinein, die aber leider nicht mehr in den Reihen der Bürgerschützen verblieben sind. Auch Bernd Bekel und seine Ehefrau Edeltraut verloren später auch aufgrund ihres Wechsels in den Heimatwohnort von Bernd den Kontakt zum Bürgerschützenverein!
Aber mit uns und den Majestäten des Jahres 1998 Anne Overberg und Gerd Böhme feierten sie ein wirklich tolles Fest, das ihnen sicher genau wie uns ob der sympathischen Regenten in guter Erinnerung bleiben wird!
Eine wunderbare Erinnerung werden wir auch an das Volksfest 1999 und das sich daran anschließende Kivelingsfest haben; die doch lange Vorbereitung auf die Knechtschaft als Pikeniere und Marketenderinnen und die Entscheidung, eigene Kostüme für diesen Zweck nähen zu lassen, haben sich vollauf gelohnt! Es gab sogar Sektionskameraden, die die Pike gar nicht mehr loslassen wollten….
Ach ja und natürlich lebte die Sektion auch zwischen den Festen; das muß hier unbedingt erwähnt werden, damit der gewonnene Eindruck nicht trügt! Mindestens viermal im Jahr finden Sektionsversammlungen statt, auch sogenannte freie Klönabende, die Frauen treffen sich einmal im Monat zum Spieleabend; das Nannen-Museum in Emden wurde besucht, in der Weihnachtszeit wurden die Märkte in Münster, Oldenburg und Osnabrück Ziel einer Exkursion (….und allen Schützen sei eine Fahrt an einem Sonnabend mit der Bundesbahn auf Gemeinschaftsticket empfohlen…was man da alles erleben kann…).
Fester Bestandteil ist auch die jeweilige Fuß- oder Radtour am 1. Mai, die beim ersten Male im Garten des Offiziers endete und einem Sektionsmitglied einen kostenlosen, aber zugegebenermaßen nicht unbedingt professionellen Haarschnitt bescherte. Die Grillparties an der Hütte der Jugendherberge dürften auch so manche Erinnerung der Teilnehmer wachrufen.
Ein sicher nicht turbulentes, aber ein harmonisches und dem „hohen Lebensalter“ der Mitglieder angemessenes Sektionsleben!
Und weiter ging unser Sektionsleben seinen Gang, mit Bällen und Festen, meistens jedenfalls! Natürlich musste man im Laufe der Zeit auch einmal aussetzen. Nicht dem Alter, aber der örtlichen Abwesenheit von zu viel Sektionsmitgliedern geschuldet. Die Feste aber waren für uns feste Termine, da haben wir nie gefehlt, und wir haben sie genossen.
Unbedingt zu erwähnen unser gemeinsames Kivelingsfest mit den Emspiraten, die eine tolle, unvergessene Wache absolviert haben. Ganz hohe Anerkennung den jungen Leuten für ihre tolle Vorbereitung, für ihre Risikobereitschaft und für die absolut professionelle Durchführung. Eine hohe Ehre für unseren Offizier, der als Richter fungieren durfte; ein tolles Bild mit einem klasse Kostüm durch unseren Kanonier; unsere eigenen mittelalterlichen Kostüme, die nicht wie so oft gesehen das höfische Leben darstellen; unsere gut aussehenden Marketenderinnen, und die tolle Harmonie mit unseren Kivelingskameraden! Unvergesslich, und trotz aller Arbeit eine Bereicherung aller Mitwirkenden!
Die Verbindung zur Sektion EMSPIRATEN wird gepflegt und soll die Zeiten überdauern.
Dem Bürgerschützenverein von 1838 wünschen wir, das auch in hundert Jahren von den dann aktiven Schützen das von Heinrich Rietmeyer getextete Lied der Lingener Bürgerschützen ertönt und die Melancholie dieses Liedes Erinnerungen an unsere heutige schöne Zeit wachruft!
Und vielleicht gibt es dann noch die  ALTE WACHE , die dieses Attribut des Namens dann vollauf verdient hätte!
Karl-Heinz Schwarz
Sektionsoffizier