Knapp Gerd

Joachim VarelSektionsoffizier
Unter diesem Namen war Gerhard Kruis in den Bauernschaften bekannt, als er am 13. September 1824 seinen Begleiter, den Hollandgänger Gerhard Heinrich Langeborg, wohl einerseits aus eigener finanzieller Not und andererseits aus Vergeltung für dessen Verfluchung (“ich wollte, daß dich der Teufel plage”), erschlug. So hatte er selbst nur 19 Gulden für sich und seine Familie, Frau und fünf Kinder, aus Holland heimgebracht und der Jüngere drängte ihn aus der Arbeit.
Am 19. Juli 1825 fahren zwei Wagen mit dem zum Tode verurteilten 48-jährigen Mörder durch die Burgstraße und das Burgtor hinaus auf den Brockhauser Weg. Mit ihrem Lehrer folgen Laxtener Schulkinder dem Zug die Hohenfeldstraße hinauf zur Richtstätte. Dort stehen auf der Hinrichtungsplattform die Richter, ein Seelsorger sowie der Scharfrichter Johann Gottfried Friedrichs bereit, letzterer um ihn “mit dem Schwert vom Leben zum Tode” zu bringen. Sein Kopf rollt direkt ins Grab. Ein Gedenkstein erinnert heute hieran.
Nicht um dem Täter Ehre angedeihen zu lassen, sondern um diese Heimatgeschichte lebendig zu erhalten gründete sich genau 175 Jahre später die Sektion Knapp-Gert.
(Wer mehr über Knapp-Gert und die Hollandgänger erfahren möchte dem sei das Buch von Jakobs  “Knapp Gerd – Eine Bluttat und ihr lebensgeschichtlicher Hintergrund”  empfohlen.)
Das Bild zeigt die Königssektion aus Anlass der Thronvorstellung 2015!